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Zahlen und Fakten

Die Risikoforschung bestätigt, was schon jeder ahnt: Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind in vielfältiger Weise davon betroffen und stehen unter erhöhtem Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Zahlreiche Untersuchungen schätzen, dass das kindliche Störungsrisiko um den Faktor zwei bis drei gegenüber einer gesunden Vergleichsgruppe erhöht ist. Ein Drittel der untersuchten Kinder weisen keinerlei Beeinträchtigungen auf, ein weiteres Drittel lediglich vorübergehende Auffälligkeiten, beim restlichen Drittel zeigen sich fortdauernde seelische Störungen.

Die Kinderpsychiater konnten zeigen, dass ein Drittel der Kinder in stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung mindestens einen psychisch kranken Elternteil haben. Bei der Frage nach der Ursache drängt sich natürlich die Schlussfolgerung auf: Hier spielen vor allem genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Das stimmt auch, besonders für Kinder von schizophren Erkrankten (während das generelle Lebenszeitrisiko 1% beträgt, liegt die Wahrscheinlichkeit für Kinder schizophrener Eltern bei 10 - 15%, und zwar nicht nur für eine eigene Schizophrenie, auch für andere seelische Störungen).

Das Risiko für eine affektive, also Gemütsstörung wie Depression und/oder Manie ist etwa 3- bis 6-mal höher als bei unauffälligen Eltern. Sind beide Elternteile depressiv erkrankt, liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei rund 70%. Noch problematischer wird es offenbar bei Eltern mit einer Persönlichkeitsstörung, ggf. noch mit einer Suchterkrankung kombiniert. Auch bei Angststörungen liegt das Risiko um das 7-fache über dem Durchschnitt.

Die Situation der Kinder ist bisher  durch folgende Probleme gekennzeichnet:

  • Kinder haben keine Lobby.
  • Ihre Bedürfnisse als Angehörige psychisch kranker Menschen wurden und werden nicht berücksichtigt.
  • Es gibt wenig Informationsmaterial über die Situation der Kinder und adäquate Hilfsmöglichkeiten.
  • Es gibt keine bundesweite Anlaufstelle für Kinder, Helfer und Öffentlichkeit zur Thematik.

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